Intensivklasse

Seit Februar 2015 gibt es an der Friedrich-Ebert-Schule Intensivklassen für schulpflichtige Jugendliche, die als Neuankömmlinge keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben. Der Unterricht in den Intensivklassen bereitet die Schüler*innen auf den Übergang in die Regelklasse vor. Gemäß unserem Schulcurriculum für Deutsch als Zweitsprache erfolgt die Sprachförderung in drei aufeinanderfolgenden Modulen, angelehnt an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.

Der Unterricht in unseren Intensivklassen geht vom individuellen Lernstand der Schüler*innen und ihrem kommunikativen Handlungsbedarf aus. Wir passen den Unterricht den jeweiligen Gegebenheiten an und entwickeln die Unterrichtskonzeption entsprechend weiter. Die Lehrer*innen in den Intensivklassen verstehen sich als Team und besprechen in den Teamsitzungen alle Belange des Unterrichts.

Alle Schüler*innen der Intensivklasse beteiligen sich an Schulfesten, Sportturnieren, am „Tag der offenen Schule“ und an Projektwochen.

Großen Wert legen wir auch auf die Zusammenarbeit mit den Eltern und Betreuer*innen unserer Schüler*innen. Wir tragen auch Sorge dafür, dass ggf. Dolmetscher an den Beratungsgesprächen teilnehmen.

Durch unser Gesamtsprachförderkonzept möchten wir unseren Schüler*innen auf ihrem Weg zur gelingenden Integration unterstützen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie einen bestmöglichen Schulabschluss erreichen können.

Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Richtig Lesen und Rechtschreiben zu können, zählt zu den fächerübergreifenden Schlüsselkompetenzen, deren Förderung für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler*innen unerlässlich ist und damit zu einer der Hauptaufgaben der Schule zählt.

Grundlage: Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VOGSV) vom 19.8.2011, zuletzt geändert durch die Verordnung vom 29.4.2014, §§ 7, 37 - 44. Schüler*innen mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben haben „Anspruch auf individuelle Förderung. [...] Die Schule ist verpflichtet, Fördermaßnahmen im Sinne [der Verordnung] durchzuführen" (§ 37). „Die Feststellung der besonderen Schwierigkeiten beim Lesen [und] Rechtschreiben [...] gehört zu den Aufgaben der Schule." (§ 38)

An der Friedrich-Ebert-Schule ist uns die Förderung rechtschreibschwacher Schüler*innen sehr wichtig. Die Voraussetzung zur Verbesserung der Rechtschreibkompetenzen ist „die Erhebung der Lernausgangslage“ (§ 38 (1) VOGSV). Um die Rechtschreibkompetenzen nachhaltig zu fördern, muss zuerst individuell ermittelt werden, welche Rechtschreibbereiche bereits verstanden wurden und welche Rechtschreibregeln noch nicht beherrscht werden. Deshalb ist eine Eingangsdiagnose für eine gelingende Förderung unerlässlich.                        Diese erfolgt in der 5. Klasse mithilfe der Hamburger Schreibprobe (HSP). Wir bieten in der Förderstufe und im Gymnasialzweig für die Jahrgangsstufen 5 und 6 LRS-Förderkurse an. Die Kurse finden einmal pro Woche bei einer Fachlehrkraft für das Fach Deutsch statt. Die Förderung erfolgt mit speziellen Materialien nach einem Lehrgang von Martina Weigelt (Rechtschreibkompetenz in Phasen trainieren); dabei wird das Übungsmaterial mithilfe der Analysetabelle an der Fehlerquelle der jeweiligen Schülerin bzw. des jeweiligen Schülers angepasst. Dies ermöglicht eine regelmäßige Kontrolle der Lernausgangslage, dadurch können die Rechtschreibkompetenzen schrittweise verbessert werden. Weiteres spezielles Übungsmaterial kann zum Einsatz kommen.

Ab dem Jahrgang 7 erfolgt die Förderung ohne einen separaten LRS-Kurs und ist eng an den Regelunterricht gebunden. Hier wird in Absprache zwischen den Schüler*innen und der Fachlehrkraft Deutsch regelmäßig das LRS-Fördermaterial als Begleitmaterial (z.B. „Abschreiben erwünscht“ oder spezifisches Material zu einzelnen Rechtschreibthemen) bearbeitet und in vereinbarten Zeiträumen überprüft. Die Eigenverantwortlichkeit der Schüler*innen soll dadurch ebenfalls gefördert werden. Im Verbundzweig kann dies z.B. in den Zeitfenstern „Lernbüro“ (selbstorganisierte Bearbeitungszeiträume im Fach Deutsch) oder „ÜVA“ (= Üben, Vertiefen, Anwenden) erfolgen.

Sollten die Eltern einen außerschulischen LRS-Förderkurs für ihr Kind bevorzugen, so ist dies möglich. Es ist darauf zu achten, dass die außerschulische LRS-Förderung gut dokumentiert ist (lückenlose Dokumentation). Bitte legen Sie in diesem Fall jeweils zu Beginn und zum Ende eines Halbjahres eine Bescheinigung über die regelmäßige Teilnahme Ihres Kindes an der außerschulischen LRS-Förderung vor.

Leseförderung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der entscheidend zur Besserung der Rechtschreibfähigkeiten beiträgt, ist das regelmäßige Lesen. Unsere Aufgabe ist es die Begeisterung der Schüler*innen für das Lesen zu wecken und ihnen beispielsweise durch eine Lektürearbeit die Möglichkeit zu bieten, tief in das Textgeschehen einzutauchen, das Gelesene zu imaginieren und auf diese Weise die Vielfältigkeit von Texten kennen zu lernen. In unserer Schülerbibliothek, die ein abwechslungsreiches Angebot an Lektüren zur Verfügung stellt, können die Schüler*innen zusätzlich regelmäßig Bücher ausleihen.

 

Projekte zur Förderung der Lesemotivation

  • Rallye zum Kennenlernen der Schulbücherei für die Klassen der Jahrgangstufe 5
  • Nutzung von Buchausweisen mit Belohnungscharakter in der Unterstufe
  • Teilnahme an der Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte" und die Teilnahme am „Welttag des Buches" sowie der Besuch einer Buchhandlung in der 5. Klasse
  • jährliche Klassenlektüre und die Anfertigung eines Lesetagebuchs im Regelunterricht sowie weitere Lektüre-Module
  • Teilnahme am Vorlesewettbewerb in der 6. Klasse
  • Geschichte des Buchdrucks mit beweglichen Lettern kennenlernen sowie der Besuch des Gutenberg-Museums in der 6. Klasse
  • Theaterbesuche ab der 7. Klasse, die dem jeweiligen Unterrichtsthema (meist Lektürearbeit) angepasst sind.
  • Vorlese-Aktionen in allen Jahrgangsstufen (z.B. in Kooperation mit dem Nachbarkindergarten, dem Seniorenheim oder beim Tag der offenen Schule)
  • Teilnahme an Autorenlesungen z.B. „Huch, ein Buch!“
  • Buchbesprechungen für die Schülerzeitung
  • fächerübergreifende Ausflugsziele beispielsweise in Kooperation mit den Fächern Kunst, Religion, Politik, etc.
  • AG Bibliothek

 

Noten im Fach Deutsch für Schüler*innen mit LRS

Schüler*innen mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben müssen innerhalb der Bewertung entsprechend entlastet werden. Dabei gilt die Devise: Es ist wichtig die Schüler*innen maximal zu fordern, ohne sie dabei zu überfordern.

Dementsprechend wird den Schüler*innen ein Nachteilsausgleich (NTA) gewährt. Dies kann in der Praxis beispielsweise durch verlängerte Bearbeitungszeiten, differenzierte Arbeitsaufträge oder die Nutzung von zusätzlichen Hilfsmitteln (Wörterbüchern, Hilfekarten, etc.) realisiert werden. Wenn auch diese Maßnahme die Schüler*innen überfordert, dann wird Notenschutz (NOS) gewährt. Der Status des Notenschutzes ermöglicht eine Befreiung von der Bewertung der Rechtschreibleistung. Nachteilsausgleich und Notenschutz werden durch den Beschluss der Klassenkonferenz wirksam und müssen halbjährlich durch die Konferenz neu beantragt werden. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die lückenlose Dokumentation der Förderung und die darauffolgende Antragstellung. Hierbei wird der Status regelmäßig überprüft und gegebenenfalls die Form des Nachteilsausgleichs angepasst. Dementsprechend stellt die Klassenkonferenz zu jedem Halbjahr einen neuen Antrag der Förderung, die dann jeweils für das nächste Halbjahr gültig ist. Die Grundlage für die Entscheidung der Konferenz liefert der aktuelle Förderplan, der die Förderung begleitend dokumentiert. Wird NTA oder NOS nach Beschluss der Klassenkonferenz bestimmt, dann ist dieser Beschluss auch mit einem Vermerk im Zeugnis verbunden.

Konzept zur Verbesserung der Lesekompetenz

Lesen ist der Schlüssel zum Verstehen der Welt – es öffnet Türen und ermöglicht das Verstehen komplexer Zusammenhänge. Unter Lesekompetenz wird folglich mehr verstanden, als einfach nur lesen zu können. Lesekompetenz bezeichnet die „Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“ (Deutsches PISA‐Konsortium 2001, S. 23).

Für eine erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn bildet die Lesekompetenz die Basis. Aus diesem Grund schenkt die Friedrich-Ebert-Schule dem Lesen besondere Aufmerksamkeit und fördert die Verbesserung der Lesekompetenz aller Schüler*innen ab Jahrgangsstufe 5 systematisch. Ausgehend von einer individuellen Diagnose unterstützt das schulische Konzept Schüler*innen gezielt durch methodisches Training, die Vermittlung von Lesestrategien, die Förderung der Lesemotivation und eine lernerorientierte Material- und Textauswahl.

 

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über das Konzept der Friedrich-Ebert-Schule:

Individuelle Diagnose:

  • Beobachtungen, lautes Vorlesen
  • Texte zur Überprüfung der Lesegeschwindigkeit (WpM = Anzahl der Wörter pro Minute)
  • Quop – Lesetest (ab Schuljahr 2019/20)

 

Methodisches Training:

  • Chorlesen, Paarlesen / "Tandemlesen" zur Verbesserung der Leseflüssigkeit

(Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

  • spezielle Leseübungen

- aufbauende Lese- und Konzentrationsübungen, z.B. zur Erweiterung der

  Blickspanne/ Augengymnastik/ Pyramidenlesen...

  (Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

- sinngestaltendes Lesen /Lückentexte etc. zur Verbesserung des

  Textverständnisses

  (Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

- Lesen und Informationen entnehmen, vergleichen und verarbeiten  

  (Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

  • lautes Denken, um die Denkarbeit beim Lesen transparent zu machen (Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS, andere Fächer wie z.B. GL)
  • reziprokes Lesen, um sich mehrfach mit dem Text auseinanderzusetzen, den Text gemeinsam zu erarbeiten (Kooperatives Lernen) und zu verstehen

(Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS, andere Fächer)

  • spezieller Leselehrgang in Klasse 5: "Lesezirkus"

(Deutschunterricht - für alle Förderstufenkinder)

  • Trainieren weiterer Lesestrategien, z.B. 5-Schritt-Lesemethode zur Verbesserung des Textverstehens

(Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

  • Vermittlung von Textsortenkenntnis zum Aufbau eines fachspezifischen Wissens

(Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS)

  • Lesen mit dem Leseausweis zur Steigerung der Leseleistung und der Lesemotivation (Deutschunterricht und freies Lesen zuhause)
  • Visualisierungen, d.h. Übertragung des Textinhaltes in eine andere Darstellungsform, z.B. Mind-Map, Tabelle ... zur Verbesserung des Textverständnisses

(Deutschunterricht, Deutschförderung DaZ und LRS, andere Fächer)

  • im Einzelfall: Briefdialog, um über das Lesen ins Gespräch zu kommen (Individualebene, motivationssteigernde Wirkung möglich)

 

Lernerorientierte Material- und Textauswahl:

  • Deutschbuch - Differenzierende Ausgabe Hessen 5 und 6 (Cornelsen) mit Arbeitsheft in der Förderstufe, ergänzendes Material zur inneren Differenzierung: Handreichungen für den Unterricht
  • Deutschbuch 5 und 6 neue Ausgabe (Cornelsen) im Gymnasialzweig
  • Lesezirkus
  • Lesekoffer
  • weitere Materialien zur Leseförderung, z.B. Lese-Lern-Maschine, Gezielt fördern - Lesetraining
  • altersgemäße, ansprechende Zeitungstexte, z.B. aus dem "Kinder-Echo"
  • LRS: Förderung durch Materialien von Martina Weigelt (Jahrgänge 5 und 6: LRS-Kurse, „Abschreiben erwünscht“ / ab Jahrgang 7: Ohne LRS-Kurs mit zusätzlichem Begleitmaterial im Regelunterricht – in Absprache mit der Deutschlehrkraft)

 

Förderung der Lesemotivation:

  • Kennenlernen unserer Schülerbücherei
  • Teilnahme an der Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte" zum "Welttag des Buches", jeweils am 23. April eines Jahres und Besuch einer Buchhandlung (Kl. 5)
  • jährliche Klassenlektüre und Lesetagebuch, Lektüre-Module
  • Buchvorstellungen im Unterricht (z.B. in Kooperation mit KOMPASS), Führen eines Lesetagebuches oder Gestaltung eines Plakats
  • Geschichte des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und Besuch des Gutenberg-Museums (Kl. 6)
  • jährlicher Vorlesewettbewerb (Kl. 6), Erarbeiten von Kriterien für "gutes Vorlesen“, Buch-vorstellungen mit Plakatpräsentationen
  • Schülerbücherei: Bücherkisten
  • Vorlese-Aktionen (z.B. in Kooperation mit dem Nachbarkindergarten, dem Seniorenheim oder am Tag der offenen Schule)
  • Buchbesprechungen für die Schülerzeitung

 

Organisatorische Umsetzung:

  • Deutschunterricht, Lernbüro, Präsentationsstunden / KOMPASS
  • LRS-Kurse in den Jahrgängen 5 und 6 (Förderstufe und Gymnasialklassen)
  • DaZ-Kurse in den Jahrgängen 5 und 6 (Förderstufe), wenn möglich auch in höheren Klassen

 

Fortführung des Konzepts in höheren Jahrgangsstufen:

  • Grundsätzliche Empfehlung: Entschleunigung des Leseprozesses, möglichst intensive Auseinandersetzung mit Textinhalten in den Fokus rücken
  • Anwendung geeigneter Lesestrategien zur optimalen Förderung der Lesekompetenz in allen Fächern.

 

Ziel: Erreichen eines angemessenen Textverständnisses in allen Fächern durch Anwendung o.g. Methoden sowie weiterer Formen des kooperativen Lernens.

                                                                                                                                (Stand 2019)