Schule und Gesundheit

 

Gute Gesundheit unterstützt erfolgreiches Lernen.
Erfolgreiches Lernen unterstützt die Gesundheit.
Erziehung und Gesundheit sind untrennbar.

Desmond O’Byrne (ehem. Leiter der Abteilung für Gesundheitsförderung, WHO/Genf)

 

 

Gesunde Schule

Wir befinden uns auf dem Weg zur einer vom HKM zertifizierten „gesunden Schule".

Hierfür ist es erforderlich, dass wir in drei vorgegebenen Bereichen und einem Wahlbereich nachweisen, dass wir die Gesundheit aller Mitglieder der Schulgemeinschaft versuchen zu berücksichtigen.

Uns wurde ein solches Vorgehen bereits durch die Verleihung der Teilzertifikate in den Bereichen

  • Bewegung & Wahrnehmung
  • Ernährung & Konsum
  • Sucht- & Gewaltprävention

bestätigt.

Aktuell arbeiten wir schwerpunktmäßig am Thema der

  • Lehrkräftegesundheit

https://kultusministerium.hessen.de/foerderangebote/schule-gesundheit

Bewegung! Begründung und Zusammenhang ODER Wo ist denn eigentlich das Problem?

Der Sinn von Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung ist heute unumstritten, Motorik und Sensorik sind wichtige Bestandteile der menschlichen Entwicklung und müssen gerade im Rahmen der Schule angemessen beachtet und gefördert werden. Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Menschen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit!

Sie ist ein wichtiger Entwicklungsreiz für die Reifung sämtlicher Elemente des Organismus, wie z.B. der Knochen, der Muskeln, der Nervenzellen, des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechsels, des Immunsystems und anderer Organsysteme.

Immer häufiger entwickeln Schülerinnen und Schüler auf dem Hintergrund fehlender Wahrnehmungs- und Bewegungsreize Lernprobleme, Verhaltensauffälligkeiten oder psychosomatische Leiden. Die Auswirkungen zeigen sich schon vielfach im Primarbereich, vermehrt jedoch auch in den weiterführenden Schulen.

 

Einschränkungen in der Quantität und Qualität von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrung können zu motorischer Unruhe, Ungeschick, emotionaler Labilität, Lernschwierigkeiten, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen führen.

 

Bewegungsmangel verhindert das Sammeln von Erfahrungen mit dem eigenen Körper. Schülerinnen und Schülern, die sich zu wenig bewegen, gelingt das Zusammenspiel zwischen Wahrnehmung – Bewegung - Lernen und Leisten nur ungenügend oder ist erschwert.

 

Die Gründe für den mangelnden motorischen Zustand von Schülern sind vielfältig. Enge und gefährliche Wohnumgebung, fehlende Spielräume und Spielgefährten, zeitlich überlastete Eltern und Erzieher, die Bewegung selbst nicht vorleben, Konsumüberladung, ein zu hoher Medienkonsum ... führen zu passivem, gesundheitsschädlichen Bewegungsverhalten mit Auswirkungen auf das Lernen.

 

Der motorisch desolate Zustand der heutigen Schüler, vielfach durch Studien belegt, nennt folgende gesundheitliche Beeinträchtigungen:

 

Zunahme von Übergewicht

Vermehrte Kreislaufschwächen

Zunahme von Haltungs- und Bewegungsschwächen

Steigendes Unfallrisiko

Zunahme von Wahrnehmungsstörungen

Steigerung der emotional-sozialen Probleme

  • Die weltweite Zunahme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen wurde in den letzten Jahren besonders deutlich. Gravierende Gesundheitsprobleme wie Haltungsschäden, Kurzatmigkeit, erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes stehen damit in Verbindung.
  • In Deutschlandland gelten inzwischen 15% aller drei-siebzehnjährigen Kinder und Jugendlichen als übergewichtig, etwa 6% als fettleibig.
  • Eine sportpädagogische Beurteilung zeigte, dass 50-65% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Haltungsschäden, 30-40% Koordinationsschwächen, 20-25% Herz-Kreislauf- und Kreislaufregulationsschwächen aufwiesen.
  • Herz und Kreislauf profitieren deutlich von sportlicher Betätigung. Durch Bewegung werden die Organe leistungsfähiger, die körperliche Belastbarkeit wird erhöht und der Blutdruck ausgeglichen.
  • Schülerinnen und Schüler sitzen zu viel und bewegen sich zu wenig. Eine zunehmende Verkümmerung der Muskulatur und Schwächung des Bindegewebes ist festzustellen, so dass dadurch die Stabilisierung der Wirbelsäule nicht mehr gewährleistet ist und Überlastungsschäden in den Gelenken entstehen können.
  • Dauerhaftes Sitzen in der Schule ist für den Rücken ungesund. Die Belastung der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule ist im Sitzen um 40% höher als im Stehen.
  • Bewegung stärkt die Knochen, beugt späterer Osteoporose vor und führt zu einer besseren Haltung.
  • Schülerinnen und Schüler mit Bewegungsmängeln sind nur unvollkommen in der Lage, ihren Körper bei täglichen Bewegungsaktivitäten zu steuern und zu kontrollieren. Motorischer Übungsmangel wirkt sich negativ auf die koordinativen Fähigkeiten aus. Die daraus resultierende Ungeschicklichkeit erhöht die Unfallgefahr Durch Bewegungsspiele entwickeln Schüler wichtige psychomotorische Fähigkeiten wie Geschicklichkeit, Gleichgewichts- und Orientierungssinn.
  • Schüler trainieren heute beim Spiel mit elektronischen Medien Augen und Ohren. Teilweise werden die entsprechenden Sinneswahrnehmungen dabei überfordert.
  • Spiele, die körperliche Geschicklichkeit trainieren und damit auch die Lernfähigkeit unterstützen, werden seltener bevorzugt.
  • Eine Vielfalt von Bewegungsreizen und Abwechslung der Wahrnehmungsreize verbessert die Konzentration.
  • Bewegung fördert eine Reihe kognitiver Kompetenzen, was sich bedeutsam auf die sprachliche Entwicklung des Kindes auswirken kann.
  • LRS, Dyskalkulie, ADS/ADHS und autistische Züge haben alle auch mit Problemen in der Verarbeitung von Wahrnehmungen zu tun.
  • Bewegung, Spiel und Sport können einen wichtigen Beitrag zum Selbstvertrauen und Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen leisten.
  • Die Zunahme von Depressionen, Angst und Störungen im Sozialverhalten muss aufmerksam machen.
  • Bewegung unterstützt den Abbau von Aggression und wirkt gewaltpräventiv.

(Quelle:www.schuleundgesundheit.hessen.de/themen/bewegung-wahrnehmung/material/zusammenhang-zu-sg.html)

Appell an alle Erziehungsberechtigten

Berücksichtigen Sie bitte die oben beschriebenen Folgen des allgegenwärtigen Bewegungsmangels und helfen Sie uns dabei, dass alle Kinder sicher in die Schule und nach Hause kommen.

Ermöglichen Sie Ihrem Kind eine zukunftsfähige Mobilität bzw. fördern Sie die selbstständige Mobilität Ihres Kindes.

è Lassen Sie Ihr Kind zu Fuß in die Schule gehen. Sollten die Wege etwas weiter sein, dann lassen Sie es mit dem Fahrrad fahren. Und unterstützen Sie es bei der Nutzung des ÖPNV.

Weitere Ziele, die damit einhergehen:

Sicheres Verhalten im Verkehr unterstützen

Sozialkompetenzen im Verkehr entwickeln

Umweltbewusstes und gesundheitsbewusstes Verhalten im Verkehr erwerben

Partizipativ bei der Verkehrsraumgestaltung mitwirken

Förderung von Psychomotorik

 

Halten im absoluten Halteverbot vor der Schule läuft diesen Zielen zuwider und wirkt sich langfristig negativ auf die Gesundheit Ihres Kindes aus. Darüber hinaus stellt es eine Ordnungswidrigkeit dar. Dies führt täglich zu Stauungen und gefährlichen Verkehrssituationen rund um die Schule und riskiert die Unversehrtheit aller anderen Schülerinnen und Schüler.

 

Herzlichen Dank, auch im Namen Ihres Kindes