Nachdenkraum

Hintergrund und pädagogischer Leitgedanke

Die Einführung eines Nachdenkraums soll die pädagogische Wirksamkeit des Konzepts der „Sozialwirksamen Schule“ auf der Ebene des Unterrichts verstärken und unterstützen.
Der Nachdenkraum soll mithelfen, das Unterrichten in sozial belasteten Klassen störungsfreier, einfacher und damit effektiver zu machen. Die Unterrichtsqualität soll damit erhöht  und die Stressbelastung der Lehrkräfte gemindert werden.
Der Nachdenkraum ist konzeptionell ein integraler Baustein der SWS und kein eigenständiges pädagogisches Konzept.
Er basiert auf dem Werterahmen, den Schulregeln und dem Ordnungsrahmen der FES.

Das Konzept des Nachdenkraums an der FES ist eine schulpragmatische Anlehnung an das Trainingsraumkonzept von Dr. Balke, ohne es konzeptionell wirklich zu übernehmen. In wesentlichen Punkten gibt es bewusste und gewollte Abweichungen.


Einführung

Die Einführung des Nachdenkraums an der FES vollzieht sich in zwei Etappen. In der „Pilotphase“, die bis zu den Sommerferien des laufenden Schuljahres geht, werden die Klassen der Förderstufe und der Hauptschule einbezogen. Nach einer Auswertung der halbjährigen Erfahrung und einer möglichen konzeptionellen Überarbeitung sollen dann im neuen Schuljahr alle Klassen der Mittelstufe in das Konzept eingeschlossen werden.

Konzept des Nachdenkraums als Option

Der Nachdenkraum ist Teil des schulischen Ordnungsrahmens und kann entsprechend von allen Kolleginnen und Kollegen der angeschlossenen Klassen als pädagogisches Instrument zur Stärkung des Unterrichtsfriedens eingesetzt werden.
Entscheidet sich eine Kollegin/ein Kollege dafür, mit diesem pädagogischen Instrument in ihrem/seinem Unterricht zu arbeiten, ist er/sie verpflichtet, sich an die im Konzept vereinbarten Verfahrensregeln konsequent zu halten. Er/sie ist zudem gehalten, die betroffenen Klassen zu informieren, dass er/sie sich dieses Verfahrens bei massiven oder wiederholten Unterrichtsstörungen bedienen wird. Dazu müssen die Klassen auf die Konsequenzen bei einem oder mehreren Verweisen hingewiesen werden.
Die Kollegen/innen verpflichten sich im Hinblick auf die Konsequenzen, die mit einem oder mehreren Verweisen für die Schüler/innen verbunden sind, dieses pädagogische Instrument mit Augenmaß einzusetzen.

Verfahren des Verweises in den Nachdenkraum

Stört ein/e Schüler/in wiederholt oder massiv den Unterricht , soll von allen Kollegen und Kolleginnen folgendes Verfahren eingehalten werden:

Für den Fall der wiederholten Unterrichtsstörung

  1. Zuerst erfolgt eine Ermahnung.
  2. Das zweite Mal wird der/die Schüler/in ausdrücklich ermahnt mit dem Hinweis die Schulregeln einzuhalten und der Androhung sonst in den Nachdenkraum gehen zu müssen.
  3. Beim dritten Mal wird der/die Schüler/in mit den Worten „Du hast dich mit deiner dritten Störung für den Nachdenkraum entschieden. Du verlässt jetzt mit deinen Schreibsachen und deinem Heft den Klassenraum und gehst in den Nachdenkraum. Dort bleibst du bis zum Ende meiner Stunde. Wenn du dein Nachdenkprotokoll angefertigt hast, nimmst du ein (fachbezogenes) Arbeitsblatt aus einem Ordner im Nachdenkraum und bearbeitest das. Du zeigst es mir am Anfang der nächsten Stunde.  Dies ist eine Verwarnung und darüber gibt es keine Diskussion. Deine Eltern erhalten eine Nachricht.“

Der/die Schüler/in erhält nach Erteilung des Verweises einen Laufzettel mit den notwendigen Angaben (siehe „Kontrolle“) für den/die Kollegen/in im Nachdenkraum.

Für den Fall der massiven Unterrichtsstörung

Stört ein/eine Schüler/in massiv den Unterricht und unterbricht den Unterrichtsfluss gravierend, erfolgt ein sofortiger Verweis in den Nachdenkraum mit den Worten:

  • „Du hast jetzt den Unterricht massiv gestört und schwerwiegend gegen unsere Schulregeln verstoßen. Du verlässt jetzt mit deinen Schreibsachen und deinem Heft den Klassenraum und gehst in den Nachdenkraum. Du bleibst dort bis zum Ende meiner Unterrichtsstunde. Wenn du dein Nachdenkprotokoll erledigt hast, nimmst du ein (fachbezogenes) Arbeitsblatt und bearbeitest das. Du zeigst es mir am Anfang der nächsten Stunde. Dies ist eine Verwarnung und darüber gibt es keine Diskussion. Deine Eltern erhalten eine Nachricht.“